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Enzyklopädie der Perlen

Die Anzahl der Perlen und ihre Bedeutung (17, 19, 23, 33, 99, 108)

Warum die Zahl von Bedeutung ist

Die Anzahl der Perlen ist kein Zufall. Sie verbindet die Gebetskette mit einer bestimmten Zähltradition: einer betenden, einer meditativen oder einer schlicht zum Gleiten angenehmen. Kennt man die Zahl, lässt sich oft der Zweck des Stücks erraten. Im Folgenden die häufigsten Varianten.

Weltlich und spielerisch: 17, 19, 23

Kleine ungerade Zahlen sind charakteristisch für das Komboloi und das Begleri – mediterrane „Handketten“, die keine religiöse Funktion tragen, sondern dem Abbau von Anspannung und dem Spiel dienen. Das klassische griechische Komboloi enthält häufig eine ungerade Zahl von Perlen, gewöhnlich nach der Formel „Vielfaches plus eins“: etwa 17, 19, 21 oder 23 Körner. Die Ungeradzahligkeit erlaubt es, die Schnur beim Gleiten und Werfen schön zu teilen. Das Begleri ist noch kürzer, meist 8–16 Perlen, in zwei Hälften geteilt, eine Handvoll für jede Hand.

Islamische Tradition: 33 und 99

Im Islam verwendet man die Misbaha (Tasbih). Die kanonische Zahl ist 99, nach der Zahl der schönen Namen Allahs; eine solche Schnur ist gewöhnlich durch Markierungen in Drittel geteilt. Verbreiteter ist die kompakte Variante mit 33 Perlen: Man durchläuft sie dreimal, um dieselben 99 Wiederholungen zu erreichen (je 33 für „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“ und „Allahu Akbar“). Daher sind 33 und 99 im Grunde zwei Formen ein und derselben Praxis.

Orthodoxe Tradition: 33 und Hundert

In der Orthodoxie werden 33 Perlen als die Zahl der irdischen Lebensjahre Christi gelesen. Die geknotete Gebetsschnur – die Wjeriza oder Lestowka – enthält häufig 100 Knoten (es kommen auch 33, 50, 150 und 300 vor), die dem Jesusgebet dienen. Das Material ist traditionell weich – Wolle oder geflochtene Knoten –, um nicht durch Klang abzulenken.

Buddhistische und hinduistische Tradition: 108

108 ist eine heilige Zahl im Buddhismus, Hinduismus und Yoga. Die Mala (buddhistische Gebetskette) wird gewöhnlich mit 108 Perlen gefertigt, ergänzt um eine „Guru-Perle“, an der man beginnt und an der man den Kreis wendet, ohne sie zu überschreiten. Es gibt auch geteilte Varianten – 54 und 27 – für kürzere Praktiken. Die Zahl 108 wird auf vielerlei Weise gedeutet (astronomisch, symbolisch), und diese Deutungen sollte man besser als Überlieferung denn als gesicherte Tatsache anführen.

Katholische Tradition

Der katholische Rosenkranz ist auf Zehnern (Dekaden) aufgebaut: fünf Gruppen zu je zehn Perlen für das „Ave Maria“, getrennt durch einzelne Körner für das „Vaterunser“ – insgesamt 59 Perlen mit Kruzifix und Medaillon. Dies ist eine eigenständige Struktur, bei der nicht die Gesamtsumme, sondern der Rhythmus der Dekaden zählt.

Wie man die Zahl liest

Also: 17–23 – höchstwahrscheinlich ein weltliches Komboloi oder Begleri; 33 – islamische oder orthodoxe Zählung; 99 – eine Misbaha; 108 – eine buddhistische Mala. Doch auch Material und Verarbeitung sind wichtig – endgültig bestimmt das Zusammenspiel aller Merkmale den Zweck.

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