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Gebetsketten der Völker der Welt: Komboloi, Begleri, Tasbih, Japa-Mala

Eine Zählschnur mit Perlen kennt nahezu jedes Volk, doch ist sie überall anders aufgebaut und wird auf eigene Weise verwendet. Im Folgenden die wichtigsten nationalen Spielarten der Gebetsketten: worin sie sich unterscheiden, wie viele Perlen sie tragen und wie man sie gebraucht.

Komboloi (Griechenland)

Komboloi (κομπολόι) — die griechische „Kette für die Hände”. Anders als Gebetsschnüre ist sie ein weltlicher Gegenstand: Mit ihr entspannt man sich, beschäftigt die Hände und vertreibt sich die Zeit. Der Überlieferung nach geht ihre Form auf die geknüpften Gebetsschnüre der Mönche vom Berg Athos zurück; ihre vertraute Gestalt erhielt das Komboloi erst in den vergangenen Jahrhunderten.

Die Bauweise ist unverwechselbar: eine offene Schnur mit beweglichen Perlen, eine feststehende Kopfperle („Pope”), ein Schild, der die Schnüre teilt, und eine Quaste (founda). Die Perlenzahl ist meist ungerade — häufig eine Primzahl (17, 19, 23) oder ein Vielfaches von vier plus eins, (4×n)+1. Geschätzt wird der freie, lockere Lauf der Perlen: Man wirft und rollt sie hin und her und genießt dabei Klang und Rhythmus. Besonders beliebt sind Bernstein und gereifte Harze — wegen ihrer warmen, angenehmen Berührung.

Begleri (Griechenland)

Begleri (μπεγλέρι) ist das „kurze Komboloi”: nur 2–4 Perlen an einer kurzen Schnur. Man zählt sie nicht — man spielt mit ihnen, indem man die Perlen über den Finger hin und zurück wirft. Begleri ist kompakter und dynamischer als das Komboloi, lässt sich mühelos in der Tasche tragen und ist deshalb bei jungen Leuten beliebt. Im Grunde ist es eine reine motorische Beschäftigung für die Hände, ohne jeden religiösen oder zählenden Hintersinn.

Tasbih / Misbaha (islamische Welt)

Tasbih (تسبيح), auch Misbaha (مسبحة) genannt, sind die islamischen Gebetsketten für den Dhikr, das Gedenken Gottes. Die klassische Schnur trägt 99 Perlen nach der Zahl der schönen Namen Allahs, durch zwei Marker in drei Abschnitte zu je 33 geteilt; zusammen mit der abschließenden Imam-Perle spricht man oft von „99 + 1 = 100”. Sehr verbreitet ist auch die verkürzte Variante mit 33 Perlen, die man dreimal durchzählt.

Man gebraucht sie so: An jeder Perle spricht man eine kurze Formel (etwa „Subhan Allah”, „Alhamdulillah”, „Allahu Akbar”), gelangt zum Marker und weiter bis zum Ende des Kreises. Historiker bringen die frühe Verbreitung der Misbaha mit dem sufischen Umfeld in Verbindung. Die Materialien reichen von schlichtem Holz und Kunststoff bis zu Bernstein, Bein und kostbaren Harzen; in dieser Tradition ist die Kultur teurer Sammlerketten besonders ausgeprägt.

Japa-Mala (Hinduismus und Buddhismus)

Die Japa-Mala (जप माला) ist die älteste dokumentierte Zählschnur überhaupt. „Japa” bedeutet die Wiederholung des Namens einer Gottheit oder eines Mantras, „Mala” heißt im Sanskrit „Girlande”. Die klassische Mala zählt 108 Perlen (oder 27, viermal durchgezählt) sowie eine gesonderte „Meru”-Perle (Sumeru), die man nicht überschreitet: Hat man sie erreicht, wendet man die Schnur und geht zurück.

Die frühesten Spuren der Japa-Mala führen in die indische Tradition der Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends; aus dem Hinduismus übernahmen die Buddhisten die Praxis, und mit dem Buddhismus verbreitete sich die Mala über ganz Asien — daher die tibetischen, indischen und ostasiatischen Spielarten. Traditionelle Materialien sind Samen der Rudraksha und Körner des heiligen Bodhi-Baums, Sandelholz, Bein und Halbedelsteine.

Wie all das zusammenhängt

Trotz der unterschiedlichen Namen lösen all diese Gegenstände zwei verwandte Aufgaben: das Zählen von Wiederholungen (Tasbih, Mala) und die Beschäftigung der Hände mit Entspannung (Komboloi, Begleri). Die Grenze zwischen beiden ist fließend: Eine ursprünglich gebetshafte Schnur wird leicht zur weltlichen Gewohnheit, wie es beim Komboloi geschah.

Wählen Sie Ihre erste Kette, beginnen Sie bei der Bestimmung. Brauchen Sie Gebet und Zählung — achten Sie auf die Tradition und die Perlenzahl (99, 33, 108). Brauchen Sie einen Gegenstand für die Hände — greifen Sie zum Komboloi oder Begleri und orientieren Sie sich am Lauf der Perlen, am Klang und am Material. Die allgemeinen Bauprinzipien erläutern wir in unserem Beitrag „Was sind Gebetsketten”, konkrete Modelle und Materialien finden Sie im Katalog.

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